Junioren Da: FC Effretikon – FC Kloten 3:3 (1:0, 1:1, 1:2)

43 FCE-Tore: der beste Sturm
In der letzten Herbstmeisterschaftspartie reichte es dem FC Effretikon gegen Kloten b zu einem erknorzten 3:3-Heimunentschieden. Damit schraubte das von Mike Vojtech und Biagio Vano trainierte 1. Stärkeklasse-Team die Zahl der geschossenen Goals auf beeindruckende 43 – die beste Offensive der zehn Mannschaften der Herbstgruppe 7. Die Krux, wenn eine Mannschaft wie der FCE den Fans zunehmend überzeugende Darbietungen schenkt: Die Ansprüche der Aussenstehenden steigen an. Es wird vergessen, dass solche Leistungen nicht selbstverständlich sind und es durchaus auch schlechtere Tage gibt. 

So geschehen auf dem Effretiker Sportplatz Eselriet, wo es um praktisch nichts mehr ging: Kloten hätte sich mit einem Sieg gerade mal vom sechsten auf den fünften Rang gehievt, unabhängig vom Resultat stand der FCE bereits vor der Partie als Tabellendritter fest.

Wankender Favorit

Der Heimclub trat als Favorit an. Der Gegner entpuppte sich jedoch keineswegs als unterlegene Equipe und gestaltete, nicht zuletzt aufgepeitscht durch die aggressive Art ihrer Trainer (ist es Makulatur, zu erwarten, dass erwachsene Betreuer auch im Juniorenfussball eine beruhigende Vorbildfunktion innehaben und nicht jeden Entscheid des Schiedsrichters auf unnötige Weise kommentieren?), den nervösen Match bis zuletzt offen. Ja, es fehlte schliesslich wenig für einen Gästesieg.

Die Partie offenbarte sich als zähe Angelegenheit mit seltenen spielerischen Lichtblicken. Fehler en masse und ruppige Fouls prägten die zerfahrene Partie – ein Spieler des FC Kloten wurde vom Schiedsrichter gar für zehn Minuten auf die Strafbank geschickt. Die fahrigen Effretiker liessen sich von der unruhigen Stimmung anstecken und schafften es nicht, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. Die Abwehr zeigte sich verwundbarer als gewohnt, im Aufbau und in der Offensive bewegte sich die Passqualität im bescheidenen Durchschnittsbereich. Zudem beklagte der Heimclub in der hektischen Schlussphase einen Lattentreffer.

Fünf Spiel ohne Niederlage

Obwohl der FC Effretikon zweimal den Ausgleich und später das 2:3 Klotens hinnehmen musste, liess sich er sich den Schneid nicht abkaufen: In der allerletzten Aktion des Spiels glückte Captain Leart (er hatte Ende August auch den allerersten Saisontreffer für die Effretiker erzielt) im Anschluss an einen Corner mittels sehenswertem Seitfallrückzieher den Ausgleich. Dank diesem 3:3 - das gleiche Resultat wie zum Saisonauftakt, damals ebenfalls daheim - blieb der FCE im fünften Match hintereinander unbesiegt.

Am Ende dieser Saison steht der FCE mit 43 erzielten Treffern zu Buche, drei mehr als der überragende Gruppensieger SV Rümlang (neun Spiele, neun Siege). Damit hat sich die Equipe von Mike Vojtech und Biagio Vano zur Sturmkönigin erkürt. Im Sinne der Transparenz sei aber auch erwähnt: Während die Effretiker das punktelose Schlusslicht Hegi mit einer 10:0-Packung heimschickten, wurde die Partie zwischen dem Leader und den Winterthurern abgesagt. So gab es für die Rümlanger nur einen 3:0-Forfaitsieg.

Abgesehen aller Statistiken hat das behutsam geförderte Da-Juniorenteam des FC Effretikon eine Herbstsaison geboten, in der es regelmässig Fortschritte gezeigt und seine Fans begeistert hat.

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Foto 1: Giona erzielt per Penalty das 2:1.
Foto 2: Teilweise war die Gangart mehr deftig als heftig.
Foto 3: Leandro beim Lattenschuss: Er verpasste einen Treffer nur um Zentimeter.
Bilder: Kathrin Manes 
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